Das Thema Sexismus wird bei uns sehr ernst genommen — manchmal vielleicht zu sehr. Natürlich ist es wichtig, Sexismus zu benennen. Gleichzeitig entsteht oft der Eindruck, dass schon kleine Anlässe ausreichen, um eine große Debatte auszulösen. Wenn ich einer fremden Frau im Restaurant ein Kompliment mache, wird daraus schnell ein Gesprächsthema und manche verstehen das als Belästigung und sexistisch an, was absoluter Blödsinn ist.
Auch Sydney Sweeney wirbt aktuell für Sport und sorgt für Aufregung. Liegt es daran, dass sie freizügig dargestellt wird, obwohl kaum etwas zu sehen ist?
An Neid?
Oder daran, dass manche Moralvorstellungen eher an frühere Jahrhunderte erinnern? Aus meiner Sicht übertreiben wir inzwischen häufig. Seit der #MeToo-Bewegung wirkt vieles angespannter: Man hat das Gefühl, kaum noch etwas sagen zu dürfen und jedes Wort sowie jede Geste vorher genau abwägen zu müssen.
Sweeney ist eine erwachsene Frau, die sich bewusst für diese Fotos entschieden hat und offenbar gelassen damit umgeht. Im 21. Jahrhundert sollten wir solche Darstellungen differenzierter und entspannter betrachten.
Außerdem empören sich häufig vor allem diejenigen, die sich ohnehin schnell über vieles aufregen. Auch einige Sportlerinnen haben Kritik geäußert — doch warum genau? Weil Sweeney mit dem Sport wirbt, den sie selbst betreibt?
Was daran so problematisch sein soll, bleibt unklar. Vielleicht geht es eher darum, dass nicht sie selbst ausgewählt wurden — oder schlicht um Eifersucht.
Selbst auf dem Oktoberfest wird über Sexismus diskutiert. Nicht etwa wegen der Frauen in auffälligen Dirndln, die ihre Figur betonen — wobei auch das manche Frauenrechtlerinnen vermutlich stören dürfte.
Viel Holz vor der Hütte“, wie wir sagen würden. Das ist aber nicht sexistisch gemeint, sondern das ist so!
Da denkt man nicht über Sexismus nach. Keiner denkt dabei an Sex mit dieser Frau. Keiner stellt sich die Frau nackt vor (und wenn ja, Gedanken sind frei).
Auf alle Fälle ist das nicht abwertend gemeint, eher ein Kompliment, was die heutigen Frauenrechtlerinnen nicht mehr verstehen. Sie leben lieber in der Vergangenheit.
Das Teufelsrad auf dem Oktoberfest ist ein gutes Beispiel.
Die dort gezeigten Frauenfiguren passen angeblich nicht mehr ins heutige Bild.
Aus meiner Sicht ist das Unsinn.
Glaubt wirklich jemand, dass Männer oder Frauen davorstehen und sich ernsthaft darüber Gedanken machen? Natürlich gibt es Menschen, die sich daran stören — etwa besonders moralische Kritiker, Frauenrechtlerinnen oder generell jene, denen Freizügigkeit missfällt. Doch das ist kein Grund, jeder Empörung nachzugeben.
Diese Figuren gibt es seit Jahrzehnten, ohne dass sie lange ein Thema waren. Erst als einige Kritiker begannen, sie als sexistisch zu bezeichnen, entstand die Debatte.
Vorher hat sich kaum jemand daran gestört.
Also hört endlich damit auf!
Das ganze Theater geht mit ziemlicher Wahrscheinlichkeit vielen Menschen auf den Sack. Und mir noch mehr.
Ich finde es gut, dass Frauen solche Bilder freiwillig machen können.
Sie leben ihr Leben heute freier als noch vor 40 oder 50 Jahren — und dazu gehören auch Freizügigkeit und Selbstbestimmung.
Die ständige Empörung nervt viele Menschen. Wer nur kritisiert und anderen vorschreiben will, was sie tun dürfen, sollte sich zurücknehmen. Es handelt sich um freiwillige Fotos; niemand wird dazu gezwungen. Wäre das anders, wäre die Kritik nachvollziehbar. So wirkt sie jedoch vor allem wie der Versuch, sich wichtig zu machen.
Frauen sollen tun können, was ihnen gefällt. Andere Frauen, denen das nicht zusagt, müssen es nicht gut finden — sollten aber damit leben, statt sofort Sexismus zu unterstellen. Gibt es wirklich nichts Wichtigeres, als sich über jede Kleinigkeit aufzuregen?
Und bitte: Lasst die Figuren dort, wo sie seit jeher stehen. Wem sie nicht gefallen, der muss nicht hinsehen — und auch nicht aufs Oktoberfest gehen. Die meisten Menschen wollen dort Spaß haben und nicht über sinnlos aufgebauschte Sexismus Debatte diskutieren.
Habidere … Willi