Im Casino heißt es: Rien ne va plus – nichts geht mehr. Genau so wirkt die Lage derzeit: Weder in wirtschaftlich stabileren Ländern noch in armen, kriegsgeplagten Staaten kommt etwas voran. Russland und die Ukraine finden keinen Ausweg. Stattdessen sprechen Drohnen und Waffen, während viele Zivilisten sterben, die sich nichts sehnlicher wünschen als Frieden. Den Konfliktparteien scheint das kaum etwas auszumachen. Das Blutvergießen geht weiter – vielleicht bis ihnen das Material zum Kämpfen ausgeht und der Weg zum Frieden wieder denkbar wird.
Auch Israel scheint im Konflikt mit der Hamas nicht so voranzukommen, wie erhofft. Eine Lösung könnte näher rücken, wenn eine Seite nachgäbe: Israel müsste sich aus dem Libanon zurückziehen, die Hamas ihre Waffen abgeben. Doch offenbar will niemand den ersten Schritt machen. Damit bleibt die entscheidende Frage: „Kommt zuerst die Entwaffnung und dann der Abzug – oder zuerst der Abzug und danach die Entwaffnung?“
Es wirkt wie ein kindischer Streit.
Dann wäre da noch der große Zampano Trump: Auch er scheint keinen klaren Plan zu haben, außer die Straße von Hormus wieder öffnen zu wollen. Doch die Iraner spielen dabei nicht mit, während er ihnen fast täglich ein neues Ultimatum setzt. Wie viele es inzwischen sind, weiß niemand genau; es dürften längst mehr als 80 sein. Ernst genommen wird er damit kaum noch.
Die Iraner spielen auf Zeit, und die Welt schaut spöttisch zu. So könnte es noch lange weitergehen – es sei denn, die Iraner geben nach und lassen sich auf einen neuen Friedensplan ein. Doch weil Trump ständig neue Forderungen stellt, ist genau das unwahrscheinlich. Er spricht vom Frieden und droht im nächsten Moment mit neuen Bombenangriffen. Das soll einer verstehen. Und solche Männer verfügen über Macht – gefährlich genug; mit ihrem Alter wird es noch riskanter.
Die Welt scheint stillzustehen. Nichts läuft mehr wie früher. Auch damals war nicht alles gut, doch es gab Bewegung und irgendwann ein Ende. Heute lässt sich das kaum noch sagen: Eine Katastrophe folgt der nächsten, dazu kommen Kriege ohne absehbaren Ausgang. Da drängt sich die Frage auf: War es das?
Tun wir wirklich alles, um diese Zeit hinter uns zu lassen?
Ich bin ein sehr positiver Mensch, doch all das bringt selbst mich manchmal ins Schwanken.
Und doch gilt: „Alles hat ein Ende, nur die Wurst hat zwei.“ Eines Tages wird es Frieden geben, und wir werden die Dinge wieder in den Griff bekommen. So stelle ich mir die Zukunft vor.
Oder was meint ihr?
Könnte es noch schlimmer werden?
Ja, möglich ist vieles. Aber man darf den Blick nach vorn nicht verlieren – so halte ich es jedenfalls.
Der serbische Präsident, den ich für einen kleinen Diktator halte, sieht die Zukunft weniger rosig.
Er spricht davon, dass der Konflikt weitere Kreise ziehen könnte. Was meint er damit?
Serbien?
Gegen wen?
Gegen uns?
Gemeinsam mit Russland gegen den Rest der Welt?
Warum schürt er noch mehr Angst?
Vielleicht sollte man auch das nicht zu ernst nehmen. Es sind Männer, die die Welt verändern wollen, es aber nicht können.
Sie erinnern an Don Quichotte: Sie rennen gegen Wände. Ich weiß, bei Don Quichotte waren es Windmühlen – aber die gibt es heute kaum noch.
Also, ihr Kriegstreiber, Wirtschaftsbosse und Möchtegern-Chefs: Zieht das Sakko aus, krempelt die Ärmel hoch und arbeitet daran, dass die Welt wieder besser wird und die Menschen bekommen, was ihnen zusteht: Frieden und Wohlstand.
Habidere … Willi