Im Fernsehen überschlagen sich die Schlagzeilen über Brände und Überschwemmungen. Von kaum etwas anderem ist noch die Rede; alles Weitere tritt in den Hintergrund.
Was ist mit den Kriegen in der Ukraine, in Israel, im Iran und an all den anderen Orten, an denen weitergekämpft wird? Interessiert uns das nicht mehr? Haben wir uns daran gewöhnt und warten nur noch darauf, dass es irgendwann vorbei ist?
Von den Toten und den Menschen, die am meisten leiden, hören wir nur wenig. Schlägt irgendwo im Kriegsgebiet eine Drohne ein und verursacht größeren Schaden, wird zwar berichtet – aber nur knapp, fast im Telegrammstil.
Es ist nichts Neues mehr. Wir sind abgestumpft. Es scheint uns kaum noch zu berühren. Wir denken: Irgendwann wird alles ein Ende haben. Benzin ist teuer, aber so ist es eben. Wir nehmen es hin.
Natürlich wäre es eine wunderbare Nachricht, wenn all das enden würde. Doch es zieht sich hin wie Kaugummi. Keiner der Kriegstreiber will nachgeben. Man schadet sich gegenseitig und feuert trotzdem weiter, was die Waffen hergeben. Mit jedem Tag verlieren die Beteiligten viel Geld. Doch auch das scheint ihnen egal zu sein. Sie lassen es weiter geschehen.
Gäbe es ein Ranking der Nachrichten, stünde im Moment das Feuer auf Platz eins, gefolgt vom Unwetter. Auf Platz drei läge derzeit der israelische Sicherheitsminister, der täglich 30 bis 40 Palästinenser töten lassen will – und das sogar offen fordert. Das ist eine harte Ansage und zeigt, wie viel Hass in Menschen stecken kann.
Auf Platz vier steht der Tod von Hayden Panettiere, der Ex-Partnerin von Klitschko. Doch auch das betrifft uns nicht direkt, und morgen spricht vermutlich niemand mehr darüber. Wir sind wirklich abgestumpft.
Auch die neue Verpackungsverordnung nervt viele Unternehmer. Trotzdem macht die EU weiter, offenbar ohne Rücksicht darauf, ob uns das passt oder nicht.
Trump und seine Zölle sind ebenfalls schon wieder Vergangenheit. Auch das nehmen wir hin. Es scheint uns nichts mehr auszumachen. Durch all diese Nachrichten stumpfen wir weiter ab. Beim Abendessen sehen wir Drohnen einschlagen und Menschen auf der Straße liegen, während wir uns das nächste Stück Fleisch in den Mund stecken und ein Bier dazu trinken.
Es ist, als würden wir einen Film sehen.
Bei den Bränden müssen viele Menschen ihre Häuser verlassen, ohne zu wissen, ob ihr Zuhause am Ende noch steht. Das tut uns beim Abendessen leid – aber wie gesagt: Es betrifft uns nicht direkt. Die Kriege sind zwar in der Ukraine und anderswo, doch im Grunde denken viele: „Es betrifft uns nicht.“
Am Ende regen wir uns über vieles auf, aber im Grunde nehmen wir die Dinge hin, wie sie sind. Die Schäfchen tun, was der Schäfer vorgibt.
Kurzum: Wir sind Idioten. Totale Idioten, weil wir uns das alles gefallen lassen.
Ich wünsche der Welt, dass es bald Frieden gibt und wir die Gräueltaten des Krieges nicht mehr beim Abendessen sehen müssen. Ich will in Ruhe essen.
Doch das Leben ist kein Wunschkonzert. Also bleibt uns wohl nur, abzuwarten und Tee zu trinken – wie die Engländer sagen würden.
Habidere … Willi